Archiv des Autors: Robert Brumme

Triff das Tweedback-Team in Wismar

Anfang Juni richtet die Hochschule Wismar in Kooperation mit zahlreichen weiteren wissenschaftlichen Instituten die “Didaktiktage” aus. Vom 03. bis 06. Juni finden täglich von 9 bis 17 Uhr zahlreiche Voträge zum Thema Lernen und Lehren im digitalen Zeitalter statt. (Das ausführliche Programm kann hier eingesehen werden.)

Aus gegebenem Anlass wird sich das Tweedback-Team daher am Mittwoch ebenfalls auf den Weg nach Wismar machen, um von 13 bis 16 Uhr zum Thema “Interaktion im Hörsaal” zu sprechen. Neben generellen didaktischen Überlegungen zum Thema Classroom Response Systems werden wir auch die aktuelle Tweedback-Version vorstellen und Einblicke in unsere Überlegungen und Konzepte hinter dem Tweedback-Projekt geben.

Die Teilnahme ist wie immer kostenlos und zur Vereinfachung der Planung kann man sich bereits hier für einzelne Workshops und Vorträge anmelden.

Wir würden uns über Interesse an Tweedback sehr freuen und stehen mit Sicherheit vor und nach unserem eigenen Workshop gerne für Fragen und Austausch zur Verfügung.

Tweedback | Info-Workshop

Das Sommersemester 2014 ist zwar noch ein paar Wochen entfernt, doch unsere Planungen laufen bereits auf Hochturen. Im zurückliegenden Wintersemester haben wir mit der vorläufigen Tweedback-Version bereits sehr positive, interessante und hilfreiche Erfahrungen sammeln können. Nicht zuletzt dank des breit gefächerten Einsatzes von Tweedback durch Dozenten aus der Medizin, der Informatik oder auch der Agrarwissenschaften; in großen sowie in kleineren Veranstaltungen.

Unser Ziel im Sommersemster ist es nun einerseits weitere Dozenten zu gewinnen, die Tweedback in ihren Veranstaltungen einsetzen wollen, andererseits möchten wir aber auch externen Interessierten anderer Universitäten und Hochschulen den Einsatz von Tweedback ermöglichen. Zu diesem Zweck laden wir Ende März zu einer kleinen Austausch- und Info-Veranstaltung in das Konrad-Zuse-Haus nach Rostock ein.

Ziel des Treffens ist es, den Austausch von Tweedback-Nutzern zu ermöglichen, von den Erfahrungen Anderer zu lernen, zukünftige Entwicklungsschritte vorzustellen und neue Ideen einzubringen. Je nach Nachfrage würden wir zwei “Workshops” anbieten, die an drei möglichen Terminen stattfinden könnten. Die genauen Angaben sind unter folgendem Link zu finden.

Link

Willkommen ist jeder Lehrende – unabhängig, ob Tweedback bereits eingesetzt wurde oder nicht; von der Universität Rostock oder von Außerhalb. Wir bitten jede(n) Interessente(n) seinen/ihren Terminwunsch durch einen Vermerk in der doodle-Abstimmung zu bekunden und für die Koordination eine kurze Mail an robert(dot)brumme(at)uni-rostock.de zu senden.

Wir freuen uns auf einen spannenden Workshop.

Tweedback in 2014

Das neue Jahr beginnt und somit auch unsere Planungen, welchen Weg wir mit Tweedback in 2014 gehen wollen.

Folgende Schritte sind derzeit geplant:

  • Evaluation des derzeitigen Tweedback-Einsatzes
  • Erweiterung des Funktionsangebotes der Tweedback-Software
  • Gewinnung weiterer Dozenten, die Tweedback in ihren Veranstaltungen einsetzen wollen.

Besonders beim letzten Punkt, könnten wir eure Hilfe gebrauchen. Kennt ihr Lehrende, die viel Wert auf Feedback und Kommunikation in ihren Veranstaltungen legen, die neuer Technik offen gegenüber stehen, die sich über ein Mehr an Austausch in ihren Veranstaltungen freuen würden? Dann meldet euch bei uns und gebt uns Bescheid. Wir würden dann an die Dozenten herantreten und ihnen anbieten, Tweedback im kommenden Semester einzusetzen.

Tweedback im Uni-Magazin PROFILE

Das Wintersemester ist in vollem Gange und immer mehr Dozenten melden sich bei uns aus Interesse an Tweedback. Einige Lehrende möchten sich bereits jetzt über Tweedback informieren um es möglicherweise im kommende Sommersemester auszuprobieren, andere würden aber auch gerne sofort mit der Nutzung des Feedback-Systems beginnen: So auch Prof. Köhling welcher möglicherweise bereits nächste Woche Tweedback in seinen Veranstaltungen einsetzen wird.

Die gesteigerte Nachfrage nach Tweedback hat möglicherweise auch mit einem gerade erschienen Artikel über unser Projekt im Uni-Magazin PROFILE zu tun. Wer Interesse hat, findet den Bericht online oder auch als gedruckte Ausgabe in den Auslagen der Universitätsgebäude.

twbk PROFILE

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Dr. Kristin Nölting für die nette Zusammenarbeit!

 

Herausforderungen #1: WLAN-Wirrwarr

Ein Projekt, wie die Entwicklung des Tweedback-Systems, hat bekanntlich immer mit Herausforderungen auf mehreren Ebenen zu kämpfen: Verallgemeinert betrachtet lassen sich diese Probleme in drei Gruppen einteilen: (1) Probleme, die bekannt sind und für die es ein Fundus an Lösungsansätzen gibt (bspw. programmiertechnische Herausforderungen, die bearbeitet werden müssen); (2) Probleme, die bekannt sind, für die eine Lösungen aber noch erarbeitet werden muss (z.B. die Frage nach einer unkomplizierter Einführung der Dozenten in die Handhabung von Tweedback). Und dann gibt es da noch Probleme der dritten Kategorie: (3) Probleme von denen man nicht wusste, dass sie überhaupt existieren.

Bereits im Vorfeld der derzeitigen Testphase, wurde die WLAN-Anbindung der Universität als mögliche Achillesferse des Projekts identifiziert. Dies hat mehrere Gründe: Einerseits muss für ein funktionierendes Tweedback-System sichergestellt werden, dass die Geräte der Dozenten und  Studierenden über eine stabile WLAN-Anbindung verfügen, andererseits muss dafür gesorgt werden, dass die Kapazitäten der WLAN-Zugänge ausreichen, um einer großen Masse an Studierenden gleichzeitig eine Verbindung zum Internet zu ermöglichen.

Beide Probleme wurden in Vorbereitung des Tweedback-Projekts erkannt und deren Tragweite durch entsprechende Pre-Tests ermittelt. Die Fähigkeit der universitären Access-Points zahlreichen Studenten gleichzeitig einen Zugang zum Netz der Universität zu ermöglichen, wurden im Rahmen einer Master-Arbeit am hiesigen Lehrstuhl untersucht. Um den stabilen Zugang zum und die konstante Verfügbarkeit des WLAN zu gewährleisten, wurden darüber hinaus in den größeren Hörsälen Belastungstests durchgeführt und ggf. weitere Access-Points installiert.

Auf eine Hürde, die im Voraus nicht bedacht wurde, stießen wir nun am vergangenen Donnerstag: Seit nunmehr einigen Jahren loggen sich fast alle Studierenden und Dozenten in das universitätsübergreifende eduroam-Netz ein, um im  Internet zu surfen oder Mails abzurufen. Dieses Netz ist in nahezu allen Gebäuden der Universität verfügbar und, einmal konfiguriert, erfolgt, egal wo man sich befindet, ein automatischer Verbindungsaufbau. Dies funktioniert – besonders wenn man nicht bewusst darauf achtet – eigentlich überaus gut. Ist man dann aber einmal wirklich auf die Verfügbarkeit des Netzes angewiesen, können unerwartete Probleme in Erscheinung treten.

So passiert bei einem weiteren Testlauf von Tweedback im Universitätsklinikum an der Schillingallee. Die Erprobung der Verfügbarkeit des Netzes erfolgte im Vorfeld und ließ keine Probleme erkennen. Unsere eigens konfiguriertes Tablet auf dem das Tweedback-System läuft und später einmal ohne Konfigurationsaufwand einfach an die Dozenten übergeben werden soll, verband sich ohne Probleme mit dem eduroam-Netz, sodass einem realen Einsatz nichts im Wege zu stehen schien. Leider brach, sobald wir den Raum betraten, in dem die Lehrveranstaltung stattfinden sollte, immer die Verbindung zum WLAN ab.

Die Mediziner bemerken dieses Problem vermutlich überhaupt nicht, da sie, neben dem eduroam-Netz, noch auf ein weiteres, den Medizinern vorbehaltenes Netz zugreifen können – dem DVSE-Netz – und dies auch fast ausschließlich tun. Probleme mit der Verfügbarkeit und der Qualität des eduroam-Netzes fallen daher selten bis nie auf.

Neben den Herausforderungen, die im Vorfeld antizipiert wurden (Unklarheit ob sich eine große Anzahl an Studierenden gleichzeitig in einem Hörsaal in das Universitätsnetz einloggen können, ohne dass es zu technischen Probleme kommt und die Frage nach der Beständigkeit dieser Verbindung für den Austausch zwischen der Zuhörerschaft und dem Lehrenden), kommt nun das Problem unterschiedlicher WLANs in unterschiedlichen Bereichen der Universität hinzu.

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Wenn es das Ziel ist, am Ende der Entwicklung des Tweedback-Systems über mehrere Tablets zu verfügen, auf denen Tweedback ohne Konfigurationsaufwand an allen Orten der Universität Rostock problemlos arbeitet, wird vorher das Problem mit unterschiedlichen WLAN-Ausstattungen an unterschiedlichen Fakultäten gelöst werden müssen. Ideen sind bereits vorhanden und wir sind zuversichtlich, dass der nächste Testlauf bei den Medizinern erfolgreich sein wird. Für die Verbesserung der Infrastruktur wird mit den jeweiligen Betreibern kooperiert. Einem vielversprechenden Austausch gibt es derzeit mit dem DVSE (IT-Abteilung der Medizin). Einige Probleme konnten bereits durch konstruktive Gespräche und erste Umsetzungen gelöst werden. Das DVSE führt auch schon erste Tests durch um das eduroam-Netz in höherer Qualität auch in den eigenen Gebäuden anbieten zu können.

Der Blick über den Tellerrand

Um bei der Entwicklung des Tweedback-Systems nicht von der gefürchteten Betriebsblindheit übermannt zu werden, haben wir bereits vor einiger Zeit um Unterstützung aus der Riege der Didaktiker gebeten. Diese ließen sich nicht lange bitten und begannen ihren pädagogischen Blick auf Tweedback zu richten.

Wir erhofften uns hierbei auf zwei “Baustellen” etwas Unterstützung: Einerseits benötigten wir professionelle Hilfe hinsichtlich der didaktischen Besonderheiten von großen Veranstaltungen um Tweedback nicht “an den Studenten vorbei” zu entwickeln. Andererseits waren wir darauf aus jemanden zu finden, der die Einführung von Tweedback empirisch begleitet und die Einschätzung und Beurteilung von Studierenden und Lehrenden erhebt.

So trafen wir uns nun also am vergangenen Dienstag mit den Pädagogen Jüte-Sophia Sigeneger und Andreas Langfeld, die bereits im Vorfeld eine Expertise zu den didaktischen Aspekten von Tweedback erstellt hatten.

Im Rahmen des kleinen Meetings tauschten wir uns dann über die Anmerkungen und Empfehlungen der beiden Autoren aus. Wir beleuchteten erneut sämtliche geplanten Funktionen von Tweedback – diesmal allerdings mit stärkerem Fokus auf den didaktischen Aspekten. Man merkt dabei recht schnell, dass viele Funktionen und Ideen “im Vakuum” sehr nützlich und für den Austausch in großen Veranstaltungen förderlich erscheinen, bei genauerer – professioneller, pädagogischer – Betrachtung ihre Schwachstellen offenbaren.

So hat bspw. die Like-Funktion (also das “Hochvoten” von Fragen und Anmerkungen von Studenten durch die Kommilitonen) zwar den Vorteil, dass der Dozent recht schnell einen Überblick bekommt, welche Fragen gerade von allgemeinem Interesse sind. Andererseits verstärkt sich dadurch aber auch die Gefahr, dass “abweichende”, andere, kritischere Meinungen und Äußerungen übersehen werden. Diese Gefahr besteht bspw. beim klassischen Melden mit der Hand nicht, da hier jeder Student der den Arm hebt gleichberechtigt ist.

Desweiteren wurde über folgende Punkten gesprochen:

  • Rubriken für die Chatwall: Möglichkeiten des Einsatzes eines drop-down-Menus, welches es dem Studenten ermöglicht, den Fragen die er stellt eine Kategorie (z.B. organisatorisch, inhaltlich etc.) zuzuordnen.
  • “beständige” Veranstaltungen: Überlegung, ob Dozenten in der Lage sein sollten, Veranstaltungen anzulegen, die über ein Semester lang gültig sind. So könnten bspw. Abstimmungsergebnisse von kurzen Multiple-Choice-Frage gespeichert werden und die Studenten könnten sehen, ob sie sich im Laufe des Semesters bei der Beantwortung der Fragen verbessert haben.
  • Kommentarfunktion: Frage danach, ob es den Studenten ermöglicht werden sollte, auf Fragen eines Kommilitonen reagieren zu können (in diesem Falle durch einen Kommentar). Dies würde die Interaktivität und Selbständigkeit zwischen den Studenten zwar erhöhen aber vielleicht auch eine zu hohe Ablenkungsgefahr bieten.

Abschließend wurde die praktische Einführung von Tweedback erörtert. Wie bringt man den Dozenten die Technik nahe? Wie ermöglicht man das Ausschöpfen sämtlicher Möglichkeiten? Wie verhindert man ein schnelles “Abstumpfen” der Studenten? Wie sorgt man dafür, dass die Dozenten mit der Technik nicht überlastet werden?

Bestenfalls wird dies vermutlich durch drei Punkte realisiert: 1) Kleine Dozentencoachings anbieten, im Rahmen derer Technik und Möglichkeiten von Tweedback vorgestellt und Empfehlungen für den Einsatz angeboten werden. 2) Den Austausch unter den Lehrenden, die Tweedback einsetzen (wollen) fördern, so dass die Dozenten gegenseitig von den Erfahrungen der anderen lernen können. 3) Kurze Handouts erstellen, die Handlungsmöglichkeiten und Einsatzmodelle für unterschiedliche Veranstaltungsformen aufzeigen.

Eines hat das Treffen gezeigt: Austausch mit Vertretern aus anderen Disziplinen ist immer sehr erhellend, weil der erlebte Perspektivwechsel (bzw. das Aufsetzen einer anderen Brille) immer neue Aspekte des interessierenden Gegenstandes (hier also Tweedback) erkennen lässt. Darum möchten wir auch an dieser Stelle noch einmal unseren beiden Pädagogen für das sehr ergiebige Treffen danken.

Vortrageinladung

Alle Interessierten sollten sich den 07. Mai im Kalender vermerken, denn an diesem Tag wird es im Konrad-Zuse-Haus einen Vortrag über didaktische Konzepte mit Schwerpunkt auf das Projekt Tweedback geben.

Die Erziehungswissenschaftler Jüte-Sophia Sigeneger und Andreas Langfeld werden einen Vortrag zur didaktischen Einführung von Tweedback im Kontext von blended learning-Konzepten halten. Dabei werden die für Tweedback relevante Methoden und Verfahren erläutert und die geplanten Module von Tweedback sowie Fragen der didaktischen Umsetzung diskutiert. Dem 30-minütigen Impulsvortrag folgt eine Diskussion über die vorgestellten Handlungsempfehlungen.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Vortrag wird im Rahmen eines Forschungsseminars um 13:15 Uhr im Raum 308 in der Albert-Einstein-Straße 2 stattfinden.

Funktionale Gedanken

Heute nun – wie angekündigt – ein paar Ausführungen zu den Funktionen die Tweedback zukünftig bereithalten wird.

Der Antrieb zur Entwicklung von Tweedback entsprang genau genommen dem Wunsch einiger Dozenten, in Vorlesungen die Möglichkeit zu haben, dem Auditorium eine Frage mit unterschiedlichen Antwortmöglichkeiten zu stellen und  anschließend jeden Studenten für eine der Antworten abstimmen zu lassen. So gesehen; ein akademischer Publikumsjoker. Mit Hilfe der Quiz-Funktion kann der Dozent genau dies tun. Mit einem Klick wählt er aus, ob eine „ja/nein“- oder eine A,B,C,(D)-Frage gestellt werden soll. Anschließend entscheiden sich die Studenten für eine der Antwortmöglichkeiten und stimmen ab. Daraufhin erscheint auf dem Bildschirm des Dozenten (oder wahlweise für alle sichtbar auf der Leinwand im Hörsaal) unmittelbar das Ergebnis als graphische Darstellung.

Quiz-Funktion

Mit Hilfe der Chatwall werden Studenten befähigt Fragen zum Inhalt der Vorlesung zu stellen. Zum Beispiel Verständnisfragen oder die Bitte etwas genau bzw. erneut zu erklären. Damit der Dozent nicht in einer Flut von Anfragen untergeht, erscheinen die Fragen der Studenten erst dann auf dem Dozenten-Bildschirm, sobald genügend Kommilitonen die Frage des Fragenstellers für wichtig halten. Erst wenn ein gewisser Prozentsatz des Auditoriums die Frage “geliked” hat, wird sie dem Dozenten angezeigt.

Chatwall-Funktion

Die dritte der derzeit fest eingeplanten Funktionen sind die Speechparameter. Diese sollen dem Dozenten einen Feedbackkanal eröffnen, über welchem ihm die Zuhörer seiner Vorlesung mitteilen können, ob bspw. die Sprechgeschwindigkeit angemessen ist oder ob Ausführungen verständlich sind. Ähnlich wie bei der Chatwall wird der Dozent auch hier eine Art „Buffer“ aktivieren können. Ein Student der auf „Dozent redet zu schnell“ klickt, wird nicht ausreichen um diese Information an den Dozenten zu übermitteln. Sobald aber mehrere Studenten die Sprechgeschwindigkeit ähnlich einschätzen, wird auf dem Bildschirm des Dozenten ein dezenter Hinweis erscheinen, der ihn über die Wahrnehmung der Zuhörer informiert.

Speech-Parameter

All diese Funktionen können zu Beginn der Veranstaltung vom Dozenten mit Hilfe eines einzigen Mausklicks aktiviert oder deaktiviert werden. Jeder Dozent ist so in der Lage nur jene Funktion zu verwenden, die er auch benötigt und bei denen er einen Mehrwert für die Lehrveranstaltung erkennt. Sämtliche anderen Funktionen können deaktiviert und nur bei Bedarf wieder hinzugeschaltet werden.

Im Gespräch sind allerdings auch noch weitere Funktionen. So wird derzeit eine Möglichkeit der Zusammenführung der Tweedback-Funktionen mit den Vorlesungsfolien der Dozenten diskutiert. Dies könnte einerseits die Studenten befähigen, Folien des Dozenten zu kommentieren, Fragen direkt auf der Folie zu verfassen oder Folien zu bewerten (bspw. deren Relevanz im Hinblick auf die kommende Klausur als Tipp für die nachfolgenden Kohorten an Studenten). Der Dozent hingegen würde direktes Feedback zu den Inhalten und der didaktischen Qualität seiner Folien erhalten und wäre so in der Lage, die Folien – sofern dies gewünscht ist – jederzeit zu verbessern.

Im Gespräch mit einigen Dozenten haben wir recht schnell gemerkt, dass es zahlreiche Ansatzpunkte gibt, die bisher geplanten Funktionen von Tweedback zu erweitern oder auf andere Bereiche der akademischen Didaktik auszuweiten. Ob und in wie weit diese Ideen umsetzbar sind, wird derzeit evaluiert. Wir sind auch immer noch für neue Vorschläge offen und können versprechen, dass jeder Wunsch mindestens diskutiert und auf seine Umsetzbarkeit hin überprüft wird.

Erstes Treffen mit den Medizinern

Vergangenen Donnerstag war es nun soweit: Wir vom Tweedback-Projekt haben uns mit unserer derzeit wichtigsten Interessengruppe getroffen: den Medizinern. Trotz enger Zeitpläne bei allen Beteiligten konnten es schlussendlich Prof. Füllen, Prof. Noack und Prof. Mittlmeier sowie Toni Hänsel von der Fachschaft einrichten, sich mit uns im Hörsaal der inneren Medizin zu treffen.

Hörsaal innere Medizin

Hörsaal innere Medizin

Dieser Ort bot sich als Treffpunkt an, da wir dort die Möglichkeit hatten, bereits erste Funktionen von Tweedback in realer Umgebung vorzustellen. Wir präsentierten zunächst den derzeitigen Stand der Benutzeroberfläche – je nachdem ob man sich als Student oder als Dozent auf dem System anmeldet – und stellten anschließend die geplanten und bereits realisierten Funktionen von Tweedback vor (mehr dazu in einem späteren Post).

Screenshot Tweedback (Alpha Version)

Screenshot Tweedback (Alpha Version)

Der eigentliche Grund des Treffens mit den Medizinern war aber ein anderer. Im Zuge der intensiven Arbeit an einem Projekt neigt man ja manchmal dazu betriebsblind zu werden und die relevanten Dinge aus den Augen zu verlieren. Daher entschieden wir recht schnell, uns so früh wie möglich mit denjenigen zu treffen, die später das Tweedback-System einsetzen und nutzen sollen, um deren Ideen, Wünsche und Kritik gegebenenfalls in die Entwicklung einfließen zu lassen.

Dieser Austausch war dann im Endeffekt auch das wirklich spannende an unserem Treffen. Die Mediziner, konnten sich zwar prinzipiell sehr schnell für das Projekt begeistern, sparten aber dennoch nicht mit Kritik oder Erweiterungswünschen. Die Diskussion über den Sinn und die Gefahren des Einsatzes von Tweedback erübrigte sich recht schnell, da es einerseits jedem Dozenten freigestellt sein wird, ob und wenn ja welche Funktionen er von Tweedback nutzen will. Andererseits wird sich Praktikabilität des Systems vermutlich erst wirklich im direkten Einsatz untersuchen lassen. Erst dann wird sich zeigen, ob es die Aufmerksamkeit von Studenten erhöht oder senkt, ob es den Lerneffekt in Vorlesungen steigert und Studenten tatsächlich zur Einflussnahme in massereichen Veranstaltungen befähigt.

Hilfreich und erfreulich war darüber hinaus auch die signalisierte Bereitschaft von Prof. Mittlmeier im Sommersemester sowie von Prof. Füllen im Wintersemester an ersten Testläufen unter „realen Bedingungen“ zur Verfügung zu stehen. Wir werden also zeitnahe die Möglichkeit haben, den Einsatz von Tweedback in echten Großvorlesungen zu testen.

Sehr interessant war außerdem die Ideen von Prof. Noack, das Tweedback-System auf irgendeine Art und Weise (die noch gefunden werden muss) mit den Folien der Vorlesungen zu verknüpfen. So wäre es einerseits für die Studenten möglich die Folien zu kommentieren – bspw. um auf ungünstige Beispiele hinzuweisen, oder auch um wichtige Folien hervorzuheben – andererseits könnte der Dozent, sofern eine Verknüpfung von Vorlesungsfolien und Tweedback gelingt, genau sehen, bei welcher Folie Fragen im Auditorium aufgekommen sind, bzw.  wann es die größten Unklarheiten gab. Ob eine solche Funktion wirklich umgesetzt werden kann und unter realen Bedingungen auch praktisch und einfach zu bedienen ist, wird aber noch untersucht werden müssen.

Wie man sieht, war dieses Treffen sehr ergiebig für uns. Es wurden wichtige Fragen aufgeworfen, interessante Ideen entwickelt und erste Absprachen für Testläufe vereinbar. Wir möchten uns daher an dieser Stelle noch einmal bei allen Teilnehmern bedanken.